Schemenlauf Imst

Schemenlauf Imst

Schemenlauf und Fasnacht. Was ist das nur? Ich habe diese Begriffe vor meinem Besuch in Imst (Tirol/Österreich) nur selten gehört und wusste auch nicht wirklich etwas damit anzufangen. Ich hatte keinerlei Vorstellung was auf mich zukommt und wieso diese Tradition so viele Menschen begeistert.

Wo der Ursprung dieser Tradition liegt und welches Ritual ihr zu Grunde liegt, konnte bis heute nicht gänzlich erforscht werden. Die Meinungen reichen von einem heidnischen Fruchtbarkeitskult über einen spätmittelalterlichen Brauch bis hin zur Vertreibung des Winters.

Die Fasnacht findet in Imst in einem drei- bis fünfjährigem Intervall statt und hat immer einen fixen Ablauf. Die Vorbereitungen laufen über viele Monate und es steckt unglaublich viel Arbeit in der Gestaltung der Wägen, der Larven und Gewänder. Für den Wagenbau und die aktive Gestaltung der Fasnacht sind rund 900 Imster Männer verantwortlich. Die Frauen engagieren sich im Hintergrund vor allem mit dem Nähen der Kleidung.

Wer die Fasnacht von Beginn an miterleben möchte, der muss schon früh aus den Federn raus. Der Festtag beginnt mit einer Fasnachtsmesse und beim anschließenden Figatter wird ein Missgeschick eines Einwohners von Imst im Rahmen einer Aufführung zum Besten gegeben.

Um 9.30 Uhr begann der Aufzug der Maskierten: in Gruppen oder einzeln, so genannte Aufzugswagelen sind mit dabei und auch die großen Aufzugswägen werden von der Unterstadt in die Oberstadt gebracht.

Schemenlauf Imst

Hexen

Schemenlauf Imst

Bären und Bärentreiber

Die Hexen hört und sieht man schon von Weitem durch ihre Schreie und dem geschwungenen Besen über ihren Köpfen. Eine eigene Hexenmusik spielt ziemlich disharmonische Klänge und dazu wird ein Hexentanz aufgeführt. Wer beim Schemenlauf genau hinsieht und immer wachsam ist, wird auch die Hexenmutter, den Hexenvater und die Großmutter entdecken.

Die Bärenbande ist ein wichtiger Bestandteil des Schemenlaufes – nicht umsonst gibt es auch einen Bärenwagen. Die Bären tragen weiße oder braune Felle und werden von ihren Treibern bewacht und manchmal auch geschlagen. Ja wirklich, geschlagen und das nicht irgendwohin sondern richtig schön auf den Kopf. Wenn der Treiber dies oft genug macht, dann schlägt der Bär einen Purzegagln (Purzelbaum). Begleitet werden die Bären von Affen, die liebend gerne Kopfbedeckungen an sich nehmen – so auch meine Eulenmütze.

Schemenlauf Imst

Bärenwagen hinten

Schemenlauf Imst

Bärenwagen vorne

Die Fasnachtswagen, wie zum Beispiel der Bärenwagen, sind sehr aufwändige, riesige Wagenaufbauten in denen monatelange Arbeit steckt. Sie beschäftigen sich mit Themen im Bezug auf die heimische Geschichte oder Sagenwelt. Beim Aufzug sind ebenso die so genannten Aufzugswagelen dabei – eine kleinere Variante der Fasnachtswagen. Bei beiden Wagenarten gibt es immer wieder die Möglichkeit durch Aktivitäten das Publikum einzubinden.

Schemenlauf Imst

Junges Obst

Schemenlauf Imst

Ab in die Rolle

Im linken Bild mit dem Titel „Junges Obst“ seht ihr mich, wie ich in einem Aufzugswagele den Prozess des Maischen miterleben durfte. So wurde ich wie Obst behandelt: zuerst abgespritzt, dann mit dem Besen trocken gemacht, dann kam ich auf eine Rüttelplatte zum Zerkleinern und am Schluss muss man natürlich einen Schnaps trinken und einen kleinen Obolus spenden.

Im rechten Aufzugswagele wurde man in diese Rolle gelegt, festgeschnallt und ein paar Mal gedreht – nichts für einen schwachen Magen aber lustig und noch eines der harmlosen Dinge. Wichtig ist, dass man sich nicht aussuchen kann, ob man an diesen Aktivitäten teilnimmt oder nicht. Man wird einfach von den teilnehmenden Figuren geholt und mitgenommen. Nur vom abschließenden Schnaps kann man sich drücken ;-)

Schemenlauf Imst

Aufzug Altfrankspritzer

Beim Aufzug marschieren zwischen den Aufzugswagelen auch die Figuren von der Unterstadt in die Oberstadt. Im Gegensatz zum Umzug sind die Figuren „normal“ unterwegs dh. sie führen noch nicht ihre figurbezogenen Tätigkeiten wie beim Umzug aus. Beim Aufzug hat man somit die perfekte Gelegenheit sich alle Figuren gut anzusehen und auch die selbst geschnitzten Larven  aus Holz zu bewundern. Diese Arbeit ist mehr als bemerkenswert!

Schemenlauf Imst

Pfeife

Schemenlauf Imst

City Toaster

Diese zwei Aufzugswagelen muss ich euch noch vorstellen. Sehr lustig zum Zusehen, aber nicht zum Mitmachen. In der Pfeife wurde man wie Tabak behandelt und die Pfeife wurde gestopft. Auf dem netten Stempel befand sich jede Menge Puder und das bekam man wunderbar ins Gesicht gedrückt während sich die Tasse auch noch drehen konnte.

Im City Toaster war es noch unangenehmer. Hinlegen, anmalen lassen im Gesicht, Puder drauf, überall natürlich und einige Male zu- und aufklappen. Herrlich. Die Auserwählten sahen danach sehr lustig aus. Es empfiehlt sich also: nicht mit der schönsten Kleidung zum Schemenlauf zu kommen. Man wird garantiert voller Puder, Stroh, Farbe etc. sein!

Und wann startet nun der eigentliche Schemenlauf?

Der Beginn des Umzuges startet mit dem letzten Schlag des Zwölf-Uhr-Läutens der Glocke vom hohen Kirchturm. Der Umzug setzt sich nun von der Oberstadt in die Unterstadt in Bewegung und nun ist Vorsicht geboten: es kann nass und schmerzhaft werden.

Im Mittelpunkt der Fasnacht stehen die beiden Figuren Roller und Scheller mit ihrem Tanz, dem Gangle. Der Roller trägt um die Hüfte einen Gurt mit kleinen Rollen sowie einen bunten Kopfschmuck mit Spiegel.

Schemenlauf Imst

Roller

Schemenlauf Imst

beim Gangle

Der Scheller trägt ein bis zu 35 kg schweres Gschall und einen noch größeren und prächtigeren Kopfschmuck als der Roller. Der Tanz von Roller und Scheller folgt einem genauen Ablauf und lässt die Schellen und Rollen erklingen.

Schemenlauf Imst

Scheller

Schemenlauf Imst

und noch ein Scheller

Von Roller und Scheller gibt es auch noch eine langsame, ins Lächerliche ziehende Variante: Laggeroller und Laggescheller. Diese beiden führen ebenso ein Gangle auf – nur viel langsamer und lustiger. Ihre Kleidung folgt ebenso keinen bestimmten Konventionen. Diese beiden Figuren wirken wie die Pensionistenversion von Roller und Scheller. Nichts für ungut.

Schemenlauf Imst

Laggescheller und Laggeroller

Schemenlauf Imst

Laggescheller

Diese Hauptfiguren werden von den Sacknern, Spritzern und Kübelemajen umlaufen. Und vor diesen Ordnungsmasken sollte man sich in Acht nehmen! Die Sackner verschaffen sich und allen anderen Figuren mit einem Stoffsack Platz und drängen das Publikum zur Seite. In der ersten Reihe bekommt man somit einige Schläge ab – vor allem wenn man einen kurzen Moment nicht achtsam ist, vielleicht mit jemanden eine Reihe dahinter spricht und kein wachsames Auge hat, dann macht es ZackBum und schon ist der Schmerz da.  Ja, auch ich habe den einen oder anderen Schlag abbekommen und nehmt euch in Acht vor den kleinen Säcken! Die Kübelemajen führen ein Holzkübelchen mit Puder mit sich und bestäuben damit vorzugsweise Frauen. Anscheinend ist dies ein Zeichen für Fruchtbarkeit.

Schemenlauf Imst

Bauresackner

Schemenlauf Imst

Kübelemaje

Von den Sacknern gibt es 3 verschiedene Typen: Wifligsackner, Bauresackner und Turesackner. Der Wifligsackner trägt einen schweren Faltenrock, der als Wiflig bezeichnet wird. Der Bauresackner zeichnet sich durch seine Tiroler Bauernbekleidung aus dem 19. Jahrhundert aus und der Turesackner fällt sofort wegen seinem hohen Hut und dem zweifärbigen Kostüm auf.

Schemenlauf Imst

Altfrankspritzer und Wifligsackner

Schemenlauf Imst

Turesackner

Die Spritzer tragen alle eine Wasserspritze und unterstützen damit die Sackner beim Platz machen. Vor allem die hinteren Reihen kommen somit auch in den Genuss des Umzuges. Von den Spritzern gibt es ebenso drei Typen: Altfrankspritzer, Mohrenspritzer und Engelspritzer. Der Altfrankspritzer ist äußerst edel gekleidet und erscheint als Figur aus dem Zeitalter des Barock. Der Mohrenspritzer sticht sofort durch seine schwarze Hautfarbe ins Auge und der Engelspritzer steht im harten Kontrast in seinem hellen Engelsküstum zu ihm.

Schemenlauf Imst

Mohrenspritzer

Schemenlauf Imst

Engelspritzer

Eine Figur will ich auch noch vorstellen: die Kaminer. Diese sind mit Hakenleitern unterwegs und verschaffen sich somit Zutritt zu Balkonen und Wohnungen über offene Fenster. Teilweise klettern sie mit ihren Leitern über mehrere Etagen. Sehr schwindelerregend.

Schemenlauf Imst

Kaminer

Schemenlauf Imst

Spritzer und Bauresackner

Hinter den Maskierten fahren die aufwändig gestalteten Umzugswagen, wie zB der Bärenwagen, Hexenwagen etc. Diese Umzugswagen sind gigantisch und in monatelanger Handarbeit liebevoll gestaltet worden. Aufgrund der Größe der Wagen, kann es durchaus vorkommen, dass in Imst Dachrinnen entfernt werden um einen reibungslosen Umzug gewährleisten zu können. Auf den Fotos kann man die Dimensionen dieser Wagen schwer festhalten. Die Originalität und Bauweise ist bemerkenswert und sehr beeindruckend.

Schemenlauf Imst

Schulwagen

Schemenlauf Imst

Dominowagen

Und wie endet der Umzug?

Der Umzug wandert von der Oberstadt bis zum Stadtplatz in der Unterstadt und dort findet das Schlussritual statt. Alle Figuren formieren sich zu einem Kreis, dem Schlusskroas, und alle Schellen erklingen gesammelt nochmals. Der Schlusskroas bildet somit einen gewaltigen Abschluss und veranschaulicht abermals die Einzigartigkeit dieser Tradition. Um 18 Uhr nehmen alle Beteiligten ihre Larven ab und dürfen diese auch nicht wieder aufsetzen.

Und als Zuschauer sieht man dann folgendermaßen aus:

Schemenlauf Imst

Mittendrin statt nur dabei

Hardfact’s und Geheimtipps

  • findet alle 3-5 Jahre statt
  • Imst in Tirol/Österreich
  • Samstag Abend: Präsentation aller Umzugswagen am Stadtplatz
  • Sonntag: Fasnachtsmesse, Figatter, Aufzug, Umzug, Schlusskroas
  • Montag: wilde Fasnacht (Geheimtipp!!)

Wer, wie, was, wo? wilde Fastnacht – was ist das denn?

Wer das Gesamtpaket miterleben möchte, sollte sich auch montags noch Zeit nehmen. Da findet der ganze Umzug vom Sonntag nochmals statt – nur ohne Larven und weitaus ausgelassener und wilder als sonntags.

Der Imster Schemenlauf ist also geprägt von viel Mystik, Tradition und Spaß. Ich liebe Traditionen und freue mich schon auf den nächsten Schemenlauf.

Schemenlauf Imst

Spritzer Schemenlauf Imst

 

Látrabjarg in Island

West-Island – malerische Westfjorde und ein einzigartiges Abenteuer am Langjökull

Die Vestfirðir (Westfjorde) Islands. Schwer überhaupt Worte für diese Gegend Islands zu finden. Beeindruckend durch die unberührte Natur. Imposant durch die Steilküste Látrabjarg. Majestätisch durch den Wasserfall Dynjandi. Abenteuerlich durch die Schotterstraßen. Malerisch durch die Straße an der Küste, die Hügel und die starken Kontraste. Kurz: absolut empfehlenswert.

Westfjorde Islands

Unterwegs an den Westfjorden

Wer einen Ort zum absoluten Entspannen im Niemandsland sucht, der ist an den Westfjorden genau richtig. Zweifelsohne sind die Westfjorde die schönste Gegend von Island. Unsere Route hat uns leider nur durch den südlichen Teil der Westfjorde geführt. Durch die Vielzahl an Schotterstraßen kommt man viel langsamer voran – dafür hat man mehr Zeit die raue Natur auf sich wirken zu lassen.

Westfjorde Islands

Unterwegs mit der grünen Biene

Im südlichen Teil der Westfjorde verläuft der Großteil der Straßen entlang der Küste, entweder direkt am Meer oder weiter oben auf den Hügeln. Die verschiedenen Blickwinkel auf die unberührte Natur machten diesen Roadtrip außergewöhnlich und ebenso die Einsamkeit war ein wahrer Genuss.

Westfjorde Islands

An den Westfjorden

Die Westfjorde an sich sind eine Reise wert, ohne irgendwelche „muss-man-gesehen-haben“-Punkte. Wer dennoch einen MustHave-Punkt haben möchte …*Trommelwirbel*… Látrabjarg! Látrabjarg ist eine Steilküste und der westlichste Punkt Europas am Festland . Dort ragen bis zu 450 m hohe Klippen auf einer Länge von 14 km empor. Bei unserem Besuch war es leider extrem windig und somit war eine längere Wanderung entlang der Klippen zu gefährlich. Ich könnte an den Klippen Ewigkeiten sitzen: hoch über dem Meer, den Geschmack von Salz auf den Lippen, den Blick auf das offene Meer, weit und breit nichts.

Látrabjarg in Island

Steilküste

Látrabjarg in Island

Látrabjarg

Da der Wasserfall Dynjandi der schönste von Island sein soll, war dieser ebenfalls Teil des Roadtrips. Die Fahrt dorthin führte etwas mehr durch den hügeligen Teil der Westfjorde und durch die Schotterstraßen waren die Strecken bergauf durchaus fordernd.

Der Dynjandi ist 100 m hoch und durch seinen treppenförmigen Aufbau erscheint er sehr majestätisch und gelassen. Irgendwie wirkt er nicht wie ein Wasserfall und dennoch ist er einer.

Dynjandi an den Westfjorden in Island

Dynjandi

Der Dynjandi stellte den Umkehrpunkt auf unserer Route dar und somit traten wir den Rückweg zur Zivilisation an. Entlang der Küstenstraße gibt es genügend Übernachtungsmöglichkeiten und die Westfjorde verabschiedeten sich mit einem herrlichen Sonnenuntergang.

Westfjorde Islands

Sonnenuntergang den Westfjorden

Und was hat es nun mit dem einzigartigen Abenteuer am Langjökull auf sich?

Als Abschluss zur Erkundung des Westens stand ein Abenteuer am Langjökull am Programm. Der Langjökull ist der zweitgrößte Gletscher Islands und aufgrund der Klimaveränderungen soll er bereits in 150 Jahren verschwunden sein.

Das Abenteuer fand im Rahmen einer Tour von Into the glacier statt. Ja genau, eine Tour IN den Gletscher und es war beeindruckend. Das abenteuerlichste war definitiv die Anreise: mit einem so genannten 8-wheel drive monster truck ging es rauf auf den Gletscher.

8-wheel drive monster truck in Island

8-wheel drive monster truck

Das Tunnelsystem, welches per Hand (!) gegraben wurde, befindet sich auf einer Höhe von 1200 Meter und ist ungefähr 500 m lang. An den Tunnelwänden kann man den Aufbau des Gletschers mit den vielen verschiedenen Eisschichten sehr gut nachvollziehen. Zudem gibt es die Möglichkeit Gletscherspalten von innen zu sehen sowie die Auswirkungen der Erderwärmung.

Langjökull in Island

IM Langjökull

… zurück am Gletscher gab es dann das schönste Abschiedsgeschenk ever. Die Sonne lachte nur so vom Himmel und bot eine wahrlich einzigartige Kulisse. Dieser Ausflug lohnt sich definitiv und bleibt bestimmt ein „Once-in-a-lifetime“-Erlebnis.

Langjökull in Island

AM Langjökull

Die Kurzfassung des vielen  Blabla’s

Auch wenn der Weg zu und an den Westfjorden beschwerlich ist und es nur langsam voran geht: Die Reise lohnt sich definitiv. Die Westfjorde bestechen durch ihre unberührte Natur und der Weg ist das Ziel. Lass dich dort einfach treiben und so viele Straßen stehen sowieso nicht zur Auswahl ;-)

Die gefahrene Strecke ist ca. 800 km lang und exkl. der Gletschertour am Langjökull benötigt man mindestens 2,5 Tage für diese Tour.

Du hast mich nun auf folgender Route begleitet:

Reiseroute Westen Island

Reiseroute Westen Island © Google Maps

Hverir

Heiß heiß geht es zu im Norden Islands

Ist der Norden Islands genau so faszinierend wie der Süden Islands? Am Weg in den Norden stellte ich mir diese Frage öfters, denn der Süden Islands war für mich einfach atemberaubend. Doch auch der Norden Islands lässt einen wieder staunen und ist ebenso vielfältig wie der Süden.

Was sollte man sich im Norden Islands nicht entgehen lassen?

Im Norden Islands ist die Gegend um den See Mývatn sehr sehenswert. Dort gibt es eine Vielzahl an Ausflugsmöglichkeiten und Naturschönheiten aufgrund des vorherrschenden Vulkanismus. Der Leirhnjúkur ist ein aktiver Vulkan und es gibt noch einige heiße bzw. warme Stellen. Ein etwas mulmiges Gefühl hatte ich schon, als wir durch dieses Gebiet gewandert sind und das war nicht nur wegen dem so gut riechendem Schwefel.

Schwefelquellen am Leirhnjúkur

Schwefelquellen am Leirhnjúkur

Unweit von Leirhnjúkur liegt das Hochtemperaturgebiet Hverir, welches aus einer Vielzahl an Dampfkesseln, kochenden Schlammtöpfen und heißen Quellen besteht. Generell heißt es hier: Nase zu und durch! Dieses Gegend hat mich sehr beeindruckt, da man dem aktiven Vulkanismus sehr nahe ist.

Hverir

Dampfkessel in Hverir

Der See Mývatn ist bekannt für die vielen Mücken, die einen ständig und überall begleiten – da gibt es definitiv bessere Wegbegleiter! Rundum den See gibt es so genannte Pseudokrater, die jedoch keinen vulkanischen Ursprung haben und einige Tafelberge sowie Schildvulkane.

See Mývatn in Island

Mývatn und im Hintergrund ein Tafelberg

Östlich des Mývatn liegt das Lavafeld Dimmuborgir. Über eine Vielzahl an kleinen Wegen kann man durch die Gesteinsformationen wandern und seiner Fantasie freien Lauf lassen. Unter anderem kann man eine Kirche und einige Ruinen bewundern. In der isländischen Mythologie heißt es, dass dort die Elfen und Trolle beheimatet sind. Besonders im Herbst sind die Kontraste und Farben herrlich!

Dimmuborgir in Island

Dimmuborgir

Dimmuborgir in Island

Lavafeld

Wer noch ein bisschen mehr isländische Mythologie kennenlernen möchte, der sollte noch die Felsspalte Grjotagjá besuchen. Dort kann man die Verwerfungszone zwischen der europäischen und amerikanischen Kontinentalplatte erkennen. In der Höhle befindet sich ein kleiner See mit Heißwasser und dort soll der Eingang zur Hölle liegen. Leider hatten wir sehr trübes Wetter – bei Sonnenschein ist der Lichteinfall in der Höhle bestimmt wunderschön.

Grjotagjá in Island

Grjotagjá

Genug vom Vulkanismus, auf zum nächsten Wasserfall! Der Goðafoss ist ein hufeisenförmiger Wasserfall, in den ich mich bei tief stehender Sonne wahrlich verliebt habe. Ich könnte heute noch in der Nähe der Fallkante sitzen und dahin träumen.

Goðafoss in Island

Goðafoss

Was bietet der Norden Islands noch?

Wer genug von Wasserfällen, Vulkanismus & Co hat, dem kann ich eine Whale Watching Tour in Husavik ans Herz legen. Gentle Giants bietet eine 3-stündige Tour an und auch ich hatte das Glück Zwergwale zu sehen! Für die Linse waren die Tierchens dann doch zu flott.

Zudem empfehle ich euch einen Abend Entspannung im Naturbad von Mývatn. Das Naturbad bezieht sein Wasser aus einer Bohrung und im Becken spürt man die Stellen an denen das warme Wasser eindringt. Ein etwas teurer Spaß aber dieses einzigartige Erlebnis war es mir wert.

Naturbad am Mývatn

Naturbad am Mývatn

Des Weiteren kann man einen Ausflug zu den beiden Wasserfällen Dettifoss und Selfoss machen. Der Dettifoss ist der leistungsstärkste Wasserfall Europas und einfach nur gewaltig. Er ist nicht schön oder bezaubernd, sondern ein richtiges Ungetüm.

Die Kurzfassung des vielen Blabla’s:

Der Norden von Island ist ebenso faszinierend wie der Süden und vor allem der aktive Vulkanismus ist sehr beeindruckend. Die gefahrene Strecke ist ca. 200 Kilometer lang. 2,5 Tage waren für dieses Programm eher knapp. Gerne hätte ich noch eine Wanderung im Krafla Gebiet gemacht und mir mehr Zeit gelassen.
Die absoluten Must-See’s sind:

  • Leirhnjúkur
  • Hverir
  • Dimmuborgir
  • Goðafoss

Du hast mich nun auf folgender Route begleitet:

Reiseroute Norden Island

Reiseroute Norden Island © Google Maps

Abschließend noch ein kleiner Tipp: Im Gebiet um Mývatn ist das Campen strengstens verboten – es stehen auch überall Schilder. Das ist die einzige Region, wo wir länger nach einem Schlafplatz gesucht haben. Etwas außerhalb in Richtung Husavik gibt es einige Möglichkeiten am Straßenrand.

Seljalandsfoss

Der faszinierende Süden Islands

Endlich September. Die Vorfreude war riesig und stieg ins Unermessliche nach Abschluss meiner Reiseplanung 2 Wochen zuvor (Reiseplanung). Packen und ab in den Flieger. Yes, Baby – endlich geht es los. Wohoooo.

Mit der grünen Biene einmal um Island. Ein Traum und schwierig überhaupt Worte für dieses Land zu finden. Island beeindruckt durch seine vielfältige Natur und die Weite. Einfach herrlich für jeden der fernab von Trubel, Stress und vielen Menschen entspannen möchte.

Was bietet der Süden von Island?

Die erste Etappe beinhaltet im Wesentlichen den sogenannten „Golden Circle“ mit Þingvellir, dem Geysir Strokkur und dem Wasserfall Gullfoss. Hier tummeln sich noch jede Menge Touristen, die in Bussen möglichst nahe zu den jeweiligen Orten gekarrt werden. Und dennoch war ich auch begeistert vom Strokkur, der regelmäßig einfach PuffPui macht und eine 20-30 m hohe Wassersäule in den Himmel jagt. Der Gullfoss war auf seine eigene Art&Weise beeindruckend. Einfach weil er der erste Wasserfall auf Island war. Einfach weil man so nahe rangehen konnte. Einfach weil man in Island sowieso überall mittendrin statt nur dabei ist.

Gullfoss

Gullfoss

Den Kratersee Kerið kann ich euch nur wärmstens empfehlen. Die Farbenvielfalt an diesem Ort ist einfach unbeschreiblich. Dort habe ich auch zum einzigen Mal „Eintritt“ bezahlt und ich muss sagen: es hat sich gelohnt! Leider konnte ich die ganze Schönheit des Sees nicht genießen, da es sinnflutartig geregnet hat.

 

Bevor wir uns in der nächste Etappe endgültig auf die Ringstraße Hringvegur wagten, machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Hjálparfoss. Entlang des Flusses Þjórsá gestaltete sich die Fahrt sehr idyllisch und endlich waren nur noch wenige Touristen zu sehen. Der Hjálparfoss besticht schlichtweg durch sein malerisches, einfaches Dasein. Dieser kleine Umweg lohnt sich auf jeden Fall.

Hjálparfoss

Hjálparfoss

Und die Reise geht weiter… zum nächsten Wasserfall. Ja, in Island gibt es einige Wasserfälle, aber dennoch könnten sie unterschiedlicher nicht sein.

Der Seljalandsfoss war für mich besonders, weil man hinter den Wasserfall gehen kann und er trotz seiner Höhe von 66 m eher ein Wasservorhang als ein Wasserfall ist.

Seljalandsfoss

Seljalandsfoss

Nun zu einem meiner absoluten Highlights der ganzen Islandreise: Landmannalaugar. Diese Gegend gilt als eine der schönsten Islands. Die Farben- und Landschaftsvielfalt ist gewaltig: Vulkanismus, heiße Quellen, kalte Quellen, grüne Moose, Gesteine in allen möglichen Farben (rot, grau, braun, weiß, bläulich). Dieser malerische Ort ist leider oder auch zum Glück nur über F-Straßen erreichbar. Mit der grünen Biene war die Anreise nicht möglich und somit ging es ab mit dem Trekking Bus (Busplan) von Hella nach Landmannalaugar. Die Fahrt an sich war schon spektakulär: Wasserüberquerungen, ein Weg durch das pure Nichts – nur hin und wieder ein paar Schafe. Wer Probleme mit dem Rücken hat, sollte sich diese Fahrt gut überlegen. Am Ende der Welt angekommen, kommt man aus dem Staunen nicht heraus und es gibt einige Wanderwege zur Auswahl. Am liebsten wäre ich dort mehrere Tage geblieben – absolut empfehlenswert und mit Nichts zu vergleichen! Ein Bild sagt mehr als tausend Worte:

Landmannalaugar

Landmannalaugar

Landmannalaugar

Farbenvielfalt deluxe

Schwarzer Strand. Im starken Kontrast dazu die weiße Gischt. Das tosende Meer. Die gewaltige Brandung. Als das und noch viel mehr, gibt es in Dyrhólaey zu bestaunen. Dieser Ort präsentierte sich von seiner wilden Seite. An diesem Tag stürmte und regnete es vom Feinsten und dennoch hätte ich mehrere Stunden direkt am Felsen stehen und mir das salzige Wasser ins Gesicht schlagen lassen können. Eigentlich wollte ich dort unbedingt das Felsentor sehen, doch leider war es viel zu nebelig.

 

Und was war nun das absolute Highlight im Süden VON Island?

Das Gebiet um den Vatnajökull beeindruckte mich am meisten. Gletscher, Schnee, Eis und die starken Kontraste haben mich verzaubert. Die Gletscherzungen erstrecken sich an den Hügeln bis hin zu Straße und wecken den Eindruck, dass sie einen mit auf den Berg ziehen wollen. Eine Wanderung im Nationalpark zieht einen noch mehr in den Bann dieser Eisgiganten. Wer gerne das Eis hautnah erleben kann, hat die Möglichkeit verschiedene Gletschertouren zu machen. Für mich war die Gletschertour ein unvergessliches und faszinierendes Erlebnis. Wir wanderten mit Steigeisen und Pickel direkt die Gletscherzunge hinauf und haben von unserem Guide die wichtigsten Eigenschaften des Gletschers gelernt. Sehr empfehlenswert. Wer nun Lust bekommen hat, hier gibt’s mehr Infos: Gletschertour (Buchen im Vorhinein lohnt sich, wir mussten leider nehmen, was noch übrig war)

Gletscherzungen

Gletscherzungen

Wo viele Gletscherzungen und Gletscher sind, gibt es natürlich auch Gletscherlagunen. Die bekannteste und auch atemberaubendste ist Jökulsárlón und dort würde ich gerne mein Ferienhaus haben. Diese Lagune ist 18 km² groß und mit 248 m der tiefste See Island. Diese Daten sind schon sehr beeindruckend aber noch beeindruckender ist die Szenerie vor Ort: ein riesiger See, darin treibende Eisberge und Eisschollen in den verschiedensten Farben (weiß, blau, schwarz, glasklar), im Hintergrund eine riesige Gletscherzunge und der Gletscher himself, mittendrin Robben und immer wieder umfallende Eisberge. Na, schon Lust bekommen? Ich habe mir meinen Campingstuhl geschnappt, mich ans Wasser gesetzt und die Zeit komplett vergessen.

Jökulsárlón

Jökulsárlón

Jökulsárlón

Ohne Worte

 

Die Kurzfassung des vielen Blabla’s:

Der Süden von Island ist faszinierend und großartig. Die gefahrene Strecke exkl. Bustour nach Landmannalaugar sind ca. 630 Kilometer. 6 Tage waren für dieses Programm ausreichend – natürlich ist immer Luft nach oben.
Die absoluten Must-See’s sind:

  • Gletscherlagune Jökulsárlón
  • Dyrhólaey
  • Landmannalaugar
  • Vatnajökull Gletschertour
  • Hjálparfoss
  • Seljalandsfoss

Du hast mich nun auf folgender Route begleitet:

Reiseroute Süden Island

Reiseroute Süden Island © Google Maps

 

Island – the making off

Island stand immer ganz weit oben auf meiner Reiseliste und somit war die Vorfreude schon seit Monaten riesig. Im Mittelpunkt meiner Gedanken stand die Frage: wie schaffe ich es, diese Unmenge an Must-see-Punkten abzuhaken und möglichst viel von diesem wunderbaren Land zu sehen?

Wohl oder übel musste eine Reiseplanung her und ich muss sagen – es hat sich gelohnt!

Island bietet so viele atemberaubende Naturschauspiele und am liebsten möchte ich noch immer an den einsamen Westfjorden sitzen und einfach meine Seele baumeln lassen.

 

Wie also habe ich meinen Island Urlaub geplant?

Die Reisezeit ist wohl der wichtigste Punkt überhaupt. Ich habe mich bewusst für September entschieden, da in diesem Monat der Touristen-Supergau bereits vorbei ist, die Natur in herbstlichen Farben leuchtet und die Chance auf Nordlichter besteht.

Reisedauer. Am liebsten wäre ich ja für ein Monat geblieben, aber die zwei Wochen haben wunderbar gepasst.

Der fahrbare Untersatz: Da ich nicht an Unterkünfte gebunden sein wollte, die ich jeden Tag erreichen muss und einfach dort übernachten wollte, wo es mir am besten gefällt, fiel die Entscheidung auf einen Camper. Auf Empfehlung von einem Freund habe ich mich für www.happycampers.is entschieden und es war eine großartige Art zu reisen! Ich kann euch die Variante „Happy 2“ sehr ans Herz legen, da dieser Camper ein extra Heizungssystem hat – im September ist das schon ganz fein. Und das ist die grüne Biene:

Die grüne Biene

Kleine Anmerkung: Unbefestigte Straßen (F-Straßen genannt) darf man mit diesem Camper nicht befahren. Wer also mehr in das Landesinnere eintauchen möchte, der sollte sich einen 4×4-Camper mieten oder ein 4×4 Auto und zelten.

Wer wo was wie wann wohin? Die Reiseroute – der wohl schwierigste Part der ganzen Planung. … und ich habe ihn unglaublich lange vor mich hergeschoben. Da es so unglaublich viel zu sehen gibt, war mir dieser Punkt trotzdem enorm wichtig.

 

Und wie sieht nun meine Reiseroute durch Island aus?

Meine Reiseroute stammt nicht von ungefähr, sondern ich habe mich bei Freunden und Bekannten über deren Islandreise informiert und mich durch einen Island-Reiseführer von Marco Polo gewälzt.

… und dann ging es los: Karte auf A2 ausgedruckt, Orte, die ich sehen will eingekreist und in ungefähre Tagesetappen eingeteilt. Taddaaa und fertig war die Urlaubsplanung. Nun ja, ganz so einfach war es dann doch nicht.

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Reiseplanung deluxe

 

Was sollte man in Island unbedingt sehen?

Im Nachhinein gesehen sind das die absoluten Must-see-Punkte in Island:

  • Gletscherlagune Jökulsárlón
  • Westfjorde Vestfirðir
  • Dyrhólaey
  • Landmannalaugar
  • Vatnajökull Gletschertour
  • Hjálparfoss
  • Dimmu Borgir
  • Goðafoss
  • Die Gegend um Mývatn
  • Seljalandsfoss

Meine geplante Route ist in 13 Tagen mit dem Camper optimal und umfasst ca. 1900 Kilometer. Ich habe die Route in drei Etappen gegliedert: Süden Islands, Norden Islands und Westen Islands.

Und für diejenigen, die gerne einen genaueren Plan haben. Meine Grobplanung der Tagesetappen:

Tag 1: Ankunft Reykjavík, kleine Stadttour

Tag 2: Camper – liebevoll auch grüne Biene genannt – abgeholt, Þingvellir, Kerið

Tag 3: Strokkur, Gullfoss, Hjálparfoss

Tag 4: Landmannalaugar

Tag 5: Seljalandsfoss, Skógafoss, Dyrhólaey, Vik

Tag 6: Skaftafell-Nationalpark

Tag 7: Gletschertour Vatnajökull, Gletscherlagune Jökulsárlón

Tag 8: Roadtripping along the Ostfjorde, Dettifoss, Selfoss

Tag 9: Krafla, Leirhnjúkur, Hverarönd, Hverfjall, Grjótagjá

Tag 10: Dimmu Borgir, Husavik Whalewatching, Goðafoss

Tag 11: Roadtripping from Akureyri bis zu den Westfjorden Vestfirðir

Tag 12: Látrabjarg, Dynjandi

Tag 13: Langjökull Gletschertour

Tag 14: Hraunfossar, Rückgabe grüne Biene, Reykjavík

Tag 15: Bye Bye Iceland